Seit Sommer 2025 leiten Daniela Flügel-Utz und Marco Halbritter gemeinsam die Laufer Mühle. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, ihre Vision und ihren Weg in den Ordenswerken:
Mein Weg in die Soziale Arbeit begann 2001 mit dem Studium in Bamberg. Der Schwerpunkt: Arbeit mit psychisch kranken und suchtkranken Menschen. Zwei prägende Praxissemester führten mich in die Besondere Wohnform der Sozialen Teilhabe Laufer Mühle – ein Ort, der mich nicht mehr loslassen sollte. Schon während des
Hauptstudiums sammelte ich dort vielfältige Praxiserfahrungen: Ob in der Cafeteria, in der Verwaltung der Sozialen Betriebe, bei Bereitschaftsdiensten oder im Sozialdienst. Nach meinem Studienabschluss 2006 war zunächst keine feste Stelle in der Laufer Mühle frei. Ich nahm daher eine Halbtagsstelle in der JVA Erlangen an – einer sozialtherapeutischen Einrichtung für schwere Gewaltstraftäter – und blieb der Laufer Mühle parallel in geringfügigem Umfang im Gruppendienst des beschützenden Bereichs
erhalten. Ein halbes Jahr später ergab sich dann die Möglichkeit, in den Sozialdienst des beschützenden Bereichs einzusteigen – ein bedeutender Schritt zurück an den Ort, der mir beruflich so viel bedeutet. Schritt für Schritt wuchs meine Verantwortung: zunächst als stellvertretende Bereichsleitung, dann als Bereichsleitung, später im Gesamtleitungsteam – und heute darf ich, gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Marco Halbritter, als Einrichtungsleitung tätig sein.
Warum sind Sie zu den Ordenswerken gekommen?
Die Laufer Mühle hat mich schon während meiner Studienzeit beeindruckt und nachhaltig geprägt. Besonders das Miteinander im Team und die enge, respektvolle Zusammenarbeit sind für mich bis heute das Fundament für die tägliche Arbeit mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Begleitung suchtkranker Menschen
bringt ohne Frage ihre Herausforderungen mit sich – aber sie ist gleichzeitig enorm erfüllend und alles andere als eintönig. Es macht mich stolz und dankbar, einige Menschen ein Stück ihres Weges begleitet zu haben – und zu sehen, dass manche von ihnen heute seit Jahren stabil und zufrieden abstinent leben.
Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?
Ich komme jeden Tag gerne zur Arbeit – auch wenn ich oft nicht weiß, was mich erwartet. Genau diese Unvorhersehbarkeit macht den Alltag spannend. Besonders schätze ich die Vielseitigkeit und die enge Zusammenarbeit mit ganz unterschiedlichen Berufsgruppen und Institutionen: Richterinnen und Richter, Ärztinnen und Ärzte, Bewährungshelfende, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen, Krankenhäuser und viele mehr. Die Begleitung von Menschen mit einem Unterbringungsbeschluss hat mich schon immer fasziniert. Ich sehe eine echte Chance darin, diesen Menschen Strukturen und Perspektiven aufzuzeigen, die ein abstinentes Leben möglich machen. Am Ende können sie sich dann ganz bewusst dafür – oder auch dagegen – entscheiden. Was mir dabei besonders am Herzen liegt: den Bewohnerinnen und Bewohnern trotz aller Herausforderungen mit Respekt und auf Augenhöhe zu begegnen.
Womit verbringen Sie gerne Ihre Freizeit?
In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen unterwegs – ob mit der Familie oder mit Freundinnen und Freunden. Fahrradfahren, Spaziergänge, Ausflüge oder ein Besuch im
Schwimmbad: Hauptsache aktiv und an der frischen Luft. Ich bin ein geselliger Mensch und genieße die Zeit mit anderen sehr. Gemeinsame Grillabende, Unternehmungen oder einfach mal das Tanzbein schwingen – das alles ist für mich ein wertvoller Ausgleich zum Arbeitsalltag. Wenn dann noch ein Urlaub in den Bergen oder am Meer ansteht, ist die Erholung perfekt.
Was begeistert Sie?
Gemeinsam im Team etwas auf die Beine stellen, dabei den Spaß nicht aus den Augen verlieren und miteinander lachen – genau das treibt mich an. Was mir besonders am
Herzen liegt: andere mit dieser Begeisterung anzustecken!